TRANSVERSAL
multilingual webjournal

Tot war der Autor nie

Gerald Raunig, Felix Stalder

Piraten, Provokateure, Politikversagen

Jens Badura / Monika Mokre

The Industrial Turn

Gerald Raunig

Pavilion UniCredit: An Artist’s Tale

Dmitry Vilensky (Chto Delat collective)

Culture in EUropean External Relations

Jozef Batora/ Monika Mokre

European Cultural Policies 2015

Maria Lind, Raimund Minichbauer [ed.]

COMMUNICATION

newsletter / mailinglist
05 12 17
Exhibition, Riga, 8 Dec. 2017 - 4 Feb 2018
The exhibition "YOU’VE GOT 1243 UNREAD MESSAGES. Last Generation Before the Internet. Their Lives", which is part of the co-operation project "Midstream", deals with the recent past where the search for oneself and others took place in an analogue instead of digital environment. The works of art and various everyday artifacts chosen for the exhibit are micro-historical evidence of some 20th century individuals, or whole currents that continued to throw into doubt any borders between art and everyday life. These are stories about the individual memory culture, mutual networking and experimental creation in the pre-digital era.
The exhibition "YOU'VE GOT 1243 MESSAGES" has been developed as a poetic detrition in the cultural layer of the analogue era where artifacts, very different in form and purpose, are found side by side. Artworks and exhibits are selected from a variety of public and private international contemporary art institutions, cabinets of curiosities, local archives and Van Abbemuseum (Netherlands) collection. The narrative lines of the exhibition are developed by a cross-disciplinary group of curators: Kaspars Vanags, Zane Zajančkauska and Diana Franssen (Van Abbemuseum). Their story on the last decades before the Internet is based on different cultural practices: art that was contemporary in the 1970s, private archives of everyday life, analogue era communication devices and outdated social networking habits. This exhibition will look at the recent visual communication history in order to understand how to generate new hybrid “midstream” forms of publishing by learning from the analogue era.

01 10 17
transversal web journal - new issue
It didn’t take long for the so-called "migrant crisis" to fully manifest its political impact on Europe. Not only are the forces of the status quo – which guaranteed the stability of the old continent for decades – rapidly losing popular support as they are seriously being challenged by growing right-wing movements today, the very survival of the EU is now at stake. And again, the issue of migration appears at the very heart of all this political turmoil – not because it is the cause of a crisis, which the political elites must resolve to save Europe, but because it is used by these same elites to conceal their own inability to cope with the historical crisis of neoliberal globalization which is demolishing the European dream today.
Therefore, what is euphemistically called a “migrant crisis” today is in fact a means of historical forgetting. Moreover, it is, at the same time, itself the result of a forgotten history; for migrants are by no means newcomers to Europe. There is no better reminder of that fact than the old figure of the gastarbeiter – the so-called "guest worker" from the South who moved and worked throughout the spaces of North/Western Europe at the historical peak of industrial modernity.
The texts in this issue attempt to reawaken the memories of gastarbeiters in order to historicize the current experience of migration and its dangerous political appropriations. They aim at revealing a hidden genealogy of domination, exploitation, and manipulation, as well as a struggle for justice and emancipation. Those who cannot historicize the conditions in which they live will never be able to politicize them.

14 09 17
Today's so-called migrant "crisis" has not only seriously shaken the existing order, it has exposed links between current and historical forms of oppression and exclusion. The old figure of the Gastarbeiter exists at the very core of a hidden genealogy of today’s "crisis" – making it necessary to disclose this genealogy across old and new ideological divides and political interests, and to thus reconnect our present with the past in order to not only understand the current "crisis" but to open the prospect of a new, different future.

12 09 17
new book | transversal texts
Während in vielen Ländern Europas rassistische und neue faschistische Kräfte Zuspruch gewinnen, zogen bei den letzten Gemeinderatswahlen in Spanien Plattformen aus sozialen Bewegungen flächendeckend in die Stadtparlamente ein. Aus den mikropolitischen Erfahrungen des letzten Jahrzehnts, aus der Bewegung gegen Zwangsräumungen, aus den Besetzungen, Versammlungen und Arbeitsgruppen um den 15M war die munizipalistische Bewegung entstanden. Das Buch versucht die Praxen und Prozesse, Strategien und Verfahren zu diskutieren, die sich in der vielfachen Erfahrung des Munizipalismus ansammeln, ihr Scheitern und ihre Erfolge, ihre mögliche Übersetzung über die Grenzen Spaniens hinaus.
Jenseits des einfachen Gegensatzes von Bewegung und Institution geht und ging es in den verschiedenen Städten Spaniens keinesfalls nur um die Übernahme der Institution, sondern um die Erprobung einer neuer Institutionalität, um instituierende Praxen und konstituierende Prozesse. Quer zu den nationalen Strukturen der zentralistischen Politik, unter dem Radar der transnationalen ökonomischen Ströme entstand eine ansteckende Wellenbewegung in ganz Spanien, die ein Potenzial zur Ausbreitung über Spanien hinaus in sich trägt: hin zu einem konkreten Gefü ge von rebellischen Städten in Europa, aber auch zu einem Zusammenfluss, der alle gegebenen Skalierungen überfließt, vom kleinsten lokalen Zusammenhang des Dorfs oder Stadtteils bis zur translokalen Formation der neuen Munizipalismen.

10 09 17
new book | transversal texts
Zum hundertsten Jahrestag der Oktoberrevolution veröffentlicht transversal texts die durchgesehene Neuausgabe von Gerald Raunigs Kunst und Revolution. Als differenzierende Affirmation (post-)revolutionärer Avantgarden versucht die Studie unter anderem eine Relektüre des sowjetischen Produktivismus um Eisenstein und Tretjakov. Deren revolutionäre Praxen und ihr Austausch mit Brecht und Benjamin in den 1920er Jahren bilden die Mitte reichen Materials zur Analyse der Verkettung von Kunst und Revolution im „langen 20. Jahrhundert“. Die inzwischen in einige Sprachen übersetzte und ausgiebig kommentierte Studie reicht von Gustave Courbets Engagement in der Pariser Commune und deutsche Aktivismen der 1910er Jahre über die Situationistische Internationale und die Wiener Aktion „Kunst und Revolution“ im Mai 1968 bis hin zur Genealogie der VolxTheaterKarawane von einem anarchischen Theaterkollektiv der 1990er Jahre zu einer queeren Verkettung im antirassistischen noborder-Netzwerk Anfang der 2000er.
Im neuen Vorwort aktualisiert Gerald Raunig seine Theorie der Revolution anhand der verwobenen Interpretation der Pariser Commune und der aktuellen Aneignung der Städte durch die munizipalistische Bewegung in Spanien seit 2015. Soziale Revolution, condividuelle Revolution der Sorge, molekulare Revolution – revolutionäre Maschinen, die den Staatsapparat nicht einfach übernehmen, sondern seine Form erneuern wollen: „Die molekulare Revolution bewegt sich mit diesen revolutionären Maschinen, als soziale Umhüllung, Vielheit der Sorgebeziehungen, Wiederaneignung der Stadt.“

05 07 17
new book | transversal texts
Maurizio Lazzaratos Auseinandersetzung mit Marcel Duchamp liest dessen Feier der Faulheit in der Kunst als radikalen Alternativentwurf zur operaistischen Losung einer „Verweigerung der Arbeit“. Mit Duchamp lassen sich einerseits kritische Perspektiven auf einen erweiterten und transformierten Arbeitsbegriff gewinnen, der in neoliberalen Verhältnissen zusehends an „kreativer“ Arbeit modelliert wurde. Andererseits wirft die Verweigerung Duchamps Schlaglichter auf eine grundlegende Zweideutigkeit innerhalb der kommunistischen Tradition: „Ist das Ziel die Befreiung von der Arbeit oder die Befreiung durch sie?“ Lazzaratos Essay nimmt diese Problemfelder zum Ausgangspunkt für eine Untersuchung der Bedingungen und Möglichkeiten von Handlung, Zeit und Subjektivität im gegenwärtigen Kapitalismus – und damit nicht zuletzt für die Frage: Was heißt es heute, Arbeit zu verweigern?

05 07 17
new book | transversal texts
Immer Ärger mit dem Subjekt bezieht sich auf die Schwierigkeiten und Zwänge, normative Subjektvorstellungen umzusetzen. Und es bezieht sich auf die Eigenwilligkeiten all derer, denen es nie gelingen will, auf diese Weise zum Subjekt zu werden – die Umdeutungen, Verweigerungen und Widerständigkeiten gegen das autonome, männliche, heterosexuelle, weiße und besitzende bürgerliche Idealsubjekt.
Das Buch befasst sich mit der Subjekttheorie von Judith Butler, die die Idee eines autonomen Subjekts, das als Voraussetzung von Handlungsfähigkeit verstanden wird, schon am Beginn der 1990er Jahre radikal dekonstruiert und damit auch vorherrschende Vorstellungen von kollektivem politischem Handeln in Frage stellt.
Wir machen Immer Ärger mit dem Subjekt mit einem neuen Vorwort wieder zugänglich, weil es mit Butlers 2015 erschienener Essaysammlung Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung an zwei Themensträngen wieder aktuell wird, die auch für Isabell Lorey in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen haben: die Verknüpfung von Performativität und Prekarität in den neuesten sozialen Bewegungen sowie die kritische Referenz auf den Begriff des „Volkes“.

30 05 17
Diese Frage stellt Ö1 in einer Marginalie im Rahmen der Radioreihe 'Moment - Leben heute' verschiedenen Organisationen. Im Mai 2017 wurde auch ein Kurzportrait des eipcp präsentiert.

25 03 17
Art, the Culture Industry and the Right to the City
This seminar - organized by Museo Reina Sofía (Madrid), La Invisible (Málaga) and eipcp - seeks to reflect on the role of culture in those social movements that vindicate uses of urban space outside a city model which looks towards art to strengthen tourist imaginaries, thus conditioning its institutions and reception. Picasso in the Monster Institution. Art, the Culture Industry and the Right to the City strives to create distance from the predominant sense of celebrations and large-scale cultural commemorations which, in understanding art as an attractive resource, place history and artistic experience inside a frame with exclusive ties to tourism and urban leisure. It also calls into question these logics and explores possible alternatives.

02 12 16
Two new transnational projects started in Autumn 2016.

02 09 16
The English version of Isabell Lorey's Die Regierung der Prekären (Vienna 2012) was published by Verso in 2015. In the year 2016 three more language version followed: Dutch, Spanish and Turkish.

01 09 16
new book | transversal texts
Brigitta Kusters Essay zur Aus/Wahl einer singulären Vergangenheit beleuchtet unterschiedliche Aspekte und Problemstellungen der Erforschung und Verarbeitung von Geschichte im Kontext des deutschen Kolonialismus. Er vergegenwärtigt die spezifische Geschichte des Mordes an Bisselé Akaba, der Ende des 19. Jahrhunderts im von den deutschen Kolonisierern so genannten Hinterland des heutigen Kameruns umgebracht wurde. Kuster balanciert die Inkommensurabilität eines kritischen Umgangs mit deutschen kolonialen schriftlichen, bildlichen und kartographischen Quellen auf der einen, mündlicher und lokaler Überlieferung auf der anderen Seite. Sie leistet damit einen metadisziplinären Beitrag zur postkolonialen Debatte um das koloniale Archiv bzw. die bibliothèque coloniale.

01 09 16
new book | transversal texts
Staat und Kapitalismus lassen sich erst verstehen, wenn sie im Verhältnis zu Sexualität gedacht werden. Wir entwickeln Foucaults Konzeption der Gouvernementalität queer-feministisch weiter und zeigen, wie wichtig das aktuelle Sexualitätsdispositiv für neoliberale autoritäre Staatlichkeit ist. Gegenwärtige Subjektivierungsweisen, in denen Disziplinierung als Freiheit und Selbstverantwortung gelebt wird, problematisieren wir mit Foucaults Überlegungen zur Sorge um sich und die anderen. Im Rahmen seiner Auseinandersetzung mit der ‘parrhesia’ – dem mutig kritischen Sprechen unter riskanten Bedingungen – entfaltet Foucault kynische Praktiken des Ent/Übens von Gewohnheiten. Wir zeigen, wie sich Kyniker_innen aus den unhinterfragten und nicht mehr wahrgenommenen Disziplinierungsverhältnissen hinaus bewegen und dabei neue Praxen erfinden. Als Historiker der Gegenwart rechnet Foucault mit der Revolution – nicht als Rückkehr, sondern als Wiederkehr. Wir zeigen wie sich seine Kritik an der Gegenwart als revolutionäre Praxen in den Besetzungs- und Demokratiebewegungen seit 2011 aktualisiert.

15 06 16
new book | transversal texts
Numerous knowledge-based struggles emerged between 2008–2011 which questioned the changes taking place in universities, on the one hand, and the potentiality of the university as a space for translocally contesting those global transformations, on the other. Through the expansion of those struggles, their contention shifted to how self-education and struggle beyond the university could intervene or create counter-perspectives for change. This book presents the demands, practices, and perspectives developed within those struggles against the backdrop of commodifying transformations in the field of knowledge production – (primarily higher) education, research, and lifelong learning. These examples ultimately debunk major global knowledge-based policy perspectives, primarily those driven by the EU, and their objectives of crisis resolution and sustainable development. As an alternative, this book follows and further develops grassroots practices and perspectives of “living learning” from knowledge-based struggles, presenting socially just and equitable challenges to the transformations in the field of knowledge.

03 06 16
Ein Gespräch über transversal texts mit Niki Kubaczek und Stefan Nowotny im Rahmen der Sendung 'Radio Dispositiv'.

all news...

YOU’VE GOT 1243 UNREAD MESSAGES. Last Generation Before the Internet. Their Lives

Latvian National Art Museum, Great Exhibition Hall, Riga, LV | 8 December 2017 - 4 February 2018

UN Conventional. Möglichkeiten zur Erweiterung der Genfer Konvention

das Kollektiv, Graben 3, 4020 Linz, A | 8 Dez 2017 / 19 Jan 2018 / 2 March 2018