TRANSVERSAL
multilingual webjournal

Tot war der Autor nie

Gerald Raunig, Felix Stalder

Piraten, Provokateure, Politikversagen

Jens Badura / Monika Mokre

The Industrial Turn

Gerald Raunig

Pavilion UniCredit: An Artist’s Tale

Dmitry Vilensky (Chto Delat collective)

Culture in EUropean External Relations

Jozef Batora/ Monika Mokre

European Cultural Policies 2015

Maria Lind, Raimund Minichbauer [ed.]

COMMUNICATION

newsletter / mailinglist
01 09 15
Im November 2012 zogen Aktivist_innen vom größten Asylwerber_innenlager Österreichs nach Wien, um gegen die Lebensbedingungen von Asylwerber_innen zu protestieren. Sie errichteten ein Camp in Wien, besetzten eine Kirche, manche von ihnen traten in Hungerstreik. Über zahlreiche Stationen hinweg war die Bewegung unter dem Namen Refugee Protest Camp Vienna aktiv.
Das Refugee Protest Camp Vienna ist ein Versuch der Übersetzung. Der Übersetzung des Begehrens der Refugees in hegemoniale Diskurse – Menschenrechte, Integrationswille, Leistungsbereitschaft. Der Übersetzung von Lebensgeschichten in Gesetzesparagraphen. Aber auch der Übersetzung innerhalb der Bewegung – zwischen Menschen mit höchst prekärem Status und Menschen mit gesichertem Aufenthalt. Zwischen Menschen zahlreicher Nationalitäten, Asylsuchenden, Transmigranten, Sans Papiers, Männern und Frauen. Wie lässt sich Solidarität übersetzen, wie schafft man Solidarität zwischen Ungleichen? Wo scheitert diese Übersetzung? Und was entsteht aus diesem Scheitern?

01 09 15
Der Kampf um Anerkennung, das Wissen um Unterwerfung, die Umarbeitung der Anrufungen, die Fragen nach widerständiger Handlungsfähigkeit, das Annehmen einer strategischen Identität als Ausgangsbasis der politischen Artikulation und das Abtasten der Grenzen eines (selbst)proklamierten strategischen Essenzialismus, das Ringen um Protagonismus und seine möglichen Definitionen und Austragungen, das Zelebrieren einer anthropophagischen Haltung und das Hinterfragen dieses Konzeptes, der Horizont der gegenhegemonialen Wissensproduktion und der Kulturarbeit abseits multikulturalistischer Konzepte und Praxen, das Sich-Widersprechen, das transformative Aneignen der hegemonialen Sprache, das Betrachten von Sprache als realitätskonstituierend, das Befragen des Lehrens der hegemonialen Sprache als Zurichtung. Die Bemühung um ein Sprechen und ein Handeln im Widerstand und im Dissens zur herrschenden Selbstverständlichkeit der Diskriminierungen. Ein Schreiben im Kollektiv verortet, eingebettet, eingerahmt. Fragen, Nachdenken und eroberte Perspektiven aus dem Denken und Handeln in einer Selbstorganisation.

07 07 15
New book | transversal texts
Gefängnisse erfüllen zentrale politische und ökonomische Funktionen. Sie sind industrielle Komplexe, die hohe Profite generieren und zugleich Internierungslager für diejenigen, die in dieser Gesellschaft unerwünscht sind. Darunter fallen zahlreiche Personengruppen, die nicht willens oder in der Lage sind, sich den Anforderungen des Spätkapitalismus im globalen Norden zu stellen.
MigrantInnen stellen eine der wichtigsten und zahlenmäßig größten dieser Personengruppen dar. Für sie ist das „kleine Gefängnis“ Teil und verdichteter Ausdruck des großen Gefängnisses der Gesellschaft, in der sie leben und an deren Teilhabe sie systematisch gehindert werden. Das große wie das kleine Gefängnis individualisieren und moralisieren gesellschaftliche Probleme und beantworten sie mit radikalem Ausschluss.

30 06 15
New book | transversal texts
Ein Gespenst geht um in Europa, ein konstituierender Wind weht aus dem Süden. Mit dem Wahlsieg der griechischen Linkspartei Syriza, dem kommunalen Erfolg von bewegungsnahen Bündnissen in Barcelona und Madrid sowie dem Aufstieg von Podemos in Spanien verdichtet sich eine lang schon erwartete Entwicklung neuer linker Parteien. Dieser konstituierende Prozess geht allerdings weit über klassische Parteigründungen hinaus, er ist aus den sozialen Bewegungen der Krisenjahre entstanden und kristallisiert sich in einer Vielzahl von mikropolitischen Praxen bis zur Regierungsbildung.

30 06 15
New book | transversal texts
Im Jahr 1983 flieht Antonio Negri nach Aufhebung seiner parlamentarischen Immunität vor der Verfolgung durch den italienischen Staat nach Paris. Es beginnt damit ein 14-jähriges Exil, in dem der marxistische Philosoph sich stärker als zuvor mit der poststrukturalen französischen Theorie von Deleuze, Foucault und anderen auseinandersetzt. Mit Félix Guattari beginnt er ein Experiment des gemeinsamen Schreibens, das Buch Les nouveaux espaces de liberté.

09 06 15 - Stephanie Danner / WOZ
Mit "Dividuum" beschreibt der Philosoph und Kunsttheoretiker Gerald Raunig nicht nur eine wesentliche Funktionsweise des gegenwärtigen Kapitalismus, sondern auch potenzielle Fluchtlinien aus diesem.

14 03 15
Mit Monika Mokre war am Donnerstag, 12. März, um 16.30 Uhr eine vielseitige Wissenschafterin und Aktivistin bei "Wassermair sucht den Notausgang" zu Gast. Bei der Diskussion ging es u.a. um die Krise der Publikationsindustrie, die Auslöschung der Erfindungskraft sowie um neue Strategien in der Produktion und Distribution von Wissen.

01 03 15
Years of remodelling the welfare state and the growing power of neoliberal government apparatuses have established a society of the precarious. In this new reality, productivity is no longer just a matter of labour, but affects the formation of the self, blurring the division between personal and professional lives. Encouraged to believe ourselves flexible and autonomous, we experience a creeping isolation that has both social and political impacts, and serves the purposes of capital accumulation and social control.

In State of Insecurity, Isabell Lorey develops a multi-dimensional political theory of precarisation. Against this background she explores the possibilities for organization and resistance under the contemporary status quo, and anticipates the emergence of a new and disobedient self-government of the precarious.

16 02 15
New book | transversal texts
Im Begriff der Posse begegnen einander Theater, Performance und Politik, nicht zuletzt als Spielräume emanzipatorischer Kämpfe gegen Körper- und Grenzregime. Poststrukturalistische, postdramatische und feministische Diskurse bilden die Basis für Gin Müllers Tour de Force durch eine vielfältige Welt von politischen Aktionsformen. Possen des Performativen verweisen dabei sowohl auf minoritäres (Theater-)Vermögen zur Artikulation von Widerstand, genauso wie auf subversive performative Strategien zur "Verqueerung" des normierenden Geschlechtertheaters. Die im Buch verhandelten Praxen reichen von globalisierungskritischen Auseinandersetzungen (Zapatistas, Tute Bianche, G8 Genua, Heiligendamm) über antirassistische Kämpfe (Sans Papiers, kein mensch ist illegal, kanak attak) zu feministischen und queeren Politiken (Riot Grrrls, Pink-Block, Transgender-Aktivismus).

02 01 15
New book | transversal texts
Die jahrhundertelange Konjunktur des Individuums gerät ins Wanken. Es beginnt das Zeitalter des Dividuellen. Die schlechte Nachricht von Gerald Raunigs Philosophie der Dividualität ist, dass sich das Dividuelle im maschinischen Kapitalismus vor allem als Verschärfung von Ausbeutung und Indienstnahme zeigt: In Algorithmen, Derivaten, Big Data und Social Media wirkt Dividualität als ausufernde Erweiterung von herrschaftlicher Teilung und Selbstzerteilung. Die gute Nachricht: Genau auf dem Terrain des Dividuellen wird auch eine neue Qualität von Widerstand möglich, als kritische Mannigfaltigkeit, molekulare Revolution und Con-division.

02 11 14
New book | transversal texts
In den französischen Banlieues verdichten sich heute unterschiedlichste Erfahrungen der Migration, häufig vor dem Hintergrund geschichtlicher Kolonialverhältnisse, ihrer Hinterlassenschaften und Fortschreibungen. Allzu oft aber verfährt sich der Blick auf die Artikulationen dieser Erfahrungen – die Sprachen der Banlieues – in unterschiedlichen Phantasmen des Mangels oder aber eines sich selbst undurchsichtig bleibenden Überschusses: Wo man einerseits die erhabene Sprache der Nation verkümmern sieht, wird andererseits auf eine gleichsam babylonische Sprachenvielfalt verwiesen, die aber eben auch bloße Sprachverwirrung sein könnte; und wo die einen, angesichts brennender Autos beispielsweise, nur stumme Gewalt erblicken, erklingt den anderen der Hahnenschrei künftiger Revolutionen. Was aber, wenn das Scheitern oder Ausbleiben von Übersetzung und Artikulation, das all diese Figuren in der einen oder anderen Weise unterstellen, zuallererst die soziale und politische Sprache jener kennzeichnete, die die Banlieues in ihre eigenen Projektionen zu bannen versuchen (und damit erneut zu „Orten des Banns“ machen)?

02 11 14
New book | transversal texts
„Precarias a la deriva“ steht für einen heterogenen Zusammenhang von Frauen, die sich 2002 während des Generalstreiks in Spanien zusammengefunden haben, um die Möglichkeit des Handelns bzw. des Streiks in Zeiten der Prekarität zu erproben. Im Vordergrund ihres Interesses steht dabei nicht die Produktion eines distanten Wissens über „Betroffene“, sondern vielmehr die Hervorbringung einer auf Sorgebeziehungen basierenden Sozialität. Die in der Neuauflage des Bands versammelten Texte sind kollektiv verfasst und begeben sich auf die Reflexionsebene einer Praxis, die auf eine Unterbrechung der sozialen Fragmentierung und Isolation abzielt und zu politischem Handeln ermächtigt.

24 10 14
Präsentation und Diskussion - Depot, Wien, 24.10.2014, 19:00
Zwei neue Projekte versuchen, die sich verschärfende Krise der Publikationsindustrie zu nutzen, um zukünftige Formen der Veröffentlichung zu erproben.

30 06 14
We are happy to announce the launch of the multilingual platform transversal texts.

transversal texts is an abstract machine and text machine at once, territory and stream of publication, production site and platform – the middle of a becoming that never wants to become a publishing company.

transversal texts consists of an experimental site for publishing books and e-books in multiple languages, the multilingual web journal transversal, and a blog on current news from the middle of translation, social movements, art practices and political theory.

http://transversal.at
http://transversal.at/transversal/0614/eipcp/en

29 05 14
From the foreword to Issue 9...
The mundaneness of our struggle to live is the existential background of this issue. Our process of editing this book occurred while almost by mistake we stripped the aesthetics from our politics and had the most boring of lives. Go to work. Come home. Pick up the kids. Make diner. Our articles don’t politicize biking to the job or going out at night. This issue has few recipes to share. Just one article looks at the economy of the artist- we figure that for this issue the daily grind, precarity, is a settled matter. Rather, the praxis of this issue comes to face the possibility for a positionality without a fancy jacket, outside of our living-as-form. This issue's editorial process assumed positionality and observed the effects of techniques. This issue is something much more then norm-core, we observed how a meaningful and effective creativity and creative politic exists quite external to our life-style.

all news...

Solidarität als Übersetzung - Interview mit Monika Mokre

Orange 94.0 | 7 Sept 2015, 10.00 - 11.00

Survival K(n)it 7

Riga, LV | 4-20 September 2015

Institutions, Politics, Performance

Athens, Greece | 24-28 September 2015

Algorithmic Regimes and Generative Strategies

TU Karlsplatz, 1040 Vienna, A | 25 September 2015

Participate! Cultural Transformation and the Participatory Agenda

Institut for Kulturvidenskaber, Syddansk Universitet, Campusvej 55, 5230 Odense, DK | 2-3 October 2015

Art And Labor After The End Of Work

Museum of Modern Art, Warsaw | 9-10 October 2015